Bemerkenswerte Grundstücke · Hauterives, Drôme

Im Tal der Galaure ein Palast aus Steinen, von 1879 bis 1912 in einem Gemüsegarten gebaut

Erbaut vom Briefträger Ferdinand Cheval, seit 1969 als Monument historique geschützt, seit 1994 im Besitz der Gemeinde.

Im Tal der Galaure ein Palast aus Steinen, von 1879 bis 1912 in einem Gemüsegarten gebaut
Luftbild. Die weiße Linie folgt dem Flurstück AS 126.

Geschichte

Joseph Ferdinand Cheval kam am 19. April 1836 in Charmes-sur-l’Herbasse, einem Dorf bei Hauterives, als Kind einer armen Bauernfamilie zur Welt. Er lernte Bäcker und wurde 1867 als Briefträger vereidigt. 1878 erhielt er eine feste Stelle als Landbriefträger beim Postamt Hauterives, auf der Runde nach Tersanne, rund dreißig Kilometer am Tag. Im selben Jahr heiratete er in zweiter Ehe Claire-Philomène Richaud.

Am 19. April 1879 stolperte er bei Tersanne über einen seltsam geformten Stein und steckte ihn ein. Am nächsten Tag ging er zurück, fand weitere und brachte sie fortan nach seinen Runden mit der Schubkarre nach Hause. Er baute in seinem Gemüsegarten, mit Steinen, Muscheln und Kalkmörtel. Laut der Mérimée-Datenbank des französischen Kulturministeriums wuchs das Grundstück, als er vier Parzellen hinzukaufte. Das erste Stück war der Brunnen „Quelle des Lebens“ an der Ostfassade; diese Fassade, datiert auf 1899, kostete ihn zwanzig Jahre.

Er plante darin ein ägyptisches Grabmal für sich und seine Frau und gab den Plan auf, weil die amtliche Erlaubnis fehlte. Seine Tochter Alice, geboren am 11. Oktober 1879, starb 1894 mit fünfzehn Jahren. Nordöstlich des Palastes entstand mit Hilfe eines Maurers die Villa Alicius, nach Mérimée zwischen 1893 und 1895; Cheval zog 1896, im Jahr seiner Pensionierung, mit seiner Frau dort ein. Um 1906 errichtete er gegenüber der Nordfassade einen Aussichtspavillon. 1912 war der Palast fertig, und die Nordfassade hält die Bilanz fest: 10.000 Tage, 93.000 Stunden, 33 Jahre.

1914 kaufte Cheval eine Grabstelle auf dem Dorffriedhof und baute dort acht Jahre lang sein eigenes Grab, das „Grab der Stille und der endlosen Ruhe“; er vollendete es mit 86 Jahren. Er starb am 19. August 1924. Seine beiden Enkelinnen übernahmen den Betrieb des Palastes, und Hausmeister zogen in die Villa.

Durch Erlass vom 23. September 1969 wurde der Palast auf Betreiben von André Malraux, damals Kulturminister, als Werk der naiven Kunst unter Denkmalschutz gestellt. 1984 vermachte eine der Enkelinnen ihren Anteil der Gemeinde, die andere verkaufte ihren zehn Jahre später. Seit 1994 gehört die gesamte Anlage Hauterives. Ein Erlass vom 19. März 2010 dehnte den Schutz auf Fassaden und Dächer der Villa Alicius und ihres Nebengebäudes, den Schuppen, den Aussichtspavillon, die Umfassungsmauer und den Boden der Parzellen AS 125 und AS 126 aus. Das Grab steht seit dem 23. Mai 2011 unter Schutz.

Unser Blick

Auf der Katasterkarte unterscheidet nichts die Parzelle AS 126 von den Gärten nebenan: weniger als ein Zehntel Hektar zwischen Dächern und einer Straße. Der Palast steht auf einem gewöhnlichen Dorfgrundstück, das Ferdinand Cheval mit jeder zugekauften Nachbarparzelle vergrößerte.

Das Grab liegt einen Kilometer entfernt auf dem Gemeindefriedhof. Cheval durfte sich nicht im Palast bestatten lassen und baute acht Jahre an diesem zweiten Werk; beide lassen sich an einem Tag besuchen.

Aktualisiert am 26. Oktober 2026

Weitere Grundstücke

Quellen

  1. Palais idéal du facteur Cheval, « Histoire » (chronologie, bâtiment, classement)
  2. Base Mérimée PA00116966, Palais idéal du facteur Cheval (historique, protections de 1969 et 2010)
  3. Base Mérimée PA00116967, tombe du facteur Cheval (historique, classement de 2011)
  4. Mairie de Hauterives, « Histoire de la commune » (situation et distances)
  5. Mairie de Hauterives, « Tourisme et patrimoine »

Luftbilder: IGN (Frankreich), BD ORTHO, Licence Ouverte. Flurstücksgrenzen: französisches Kataster (DGFiP, IGN). Unsere redaktionellen Grundsätze